Marktentwicklung

Die Weltwirtschaft entwickelte sich im dritten Quartal robuster, als es angesichts der geopolitischen Spannungen, der höheren Energiepreise, der steigenden Kapitalmarktzinsen und neuer US-Zölle zu erwarten gewesen wäre. Vor allem die US-Wirtschaft zeigte weiterhin eine solide Dynamik. Der private Konsum und hohe Investitionen in künstliche Intelligenz und die dafür notwendige Infrastruktur stützten das Wachstum. Doch auch der Euroraum hielt sich besser als zunächst befürchtet. Die wirtschaftliche Entwicklung blieb allerdings recht verhalten und verlief regional sehr unterschiedlich. Vor allem energieabhängige Volkswirtschaften und Teile der Industrie litten unter den höheren Öl-, Gas- und Treibstoffpreisen. Die Inflation rückte im dritten Quartal wieder stärker in den Fokus. Während die sogenannte Kerninflation (die Preisanstiege ohne die schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungskosten) vergleichsweise stabil blieb, ließen vor allem die Energiepreise die allgemeine Teuerung steigen. Eine ähnlich breite und starke Preis- und Lohndynamik wie in den Jahren 2022 und 2023 zeichnet sich jedoch bislang nicht ab. Die Notenbanken reagierten auf die gestiegenen Inflationsrisiken mit einer strafferen Geldpolitik. Die US-Notenbank, die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan erhöhten im dritten Quartal ihre Leitzinsen. Weitere Entscheidungen machten sie von der Entwicklung von Inflation, Energiepreisen und Konjunktur abhängig.

Entwicklung wesentlicher Anlageklassen

Wertentwicklung jeweils aus Sicht von Euro-Investoren für das dritte Quartal 2026.

Quelle: Raiffeisen Capital Management. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise am Ende des Artikels.

An den Anleihemärkten führten höhere Energiepreise, robuste Konjunkturdaten und die Erwartung weiterer Leitzinserhöhungen im dritten Quartal zu kräftigen Renditeanstiegen und entsprechenden Kursrückgängen. Zugleich verschärften hohe staatliche Finanzierungsbedarfe und umfangreiche Unternehmensanleihe-Emissionen – unter anderem zur Finanzierung der KI-Infrastruktur – den Wettbewerb um Kapital. Besonders deutlich fielen die Kursrückgänge bei langlaufenden europäischen und US-amerikanischen Staatsanleihen aus. Für Anlegerinnen und Anleger sind diese Verluste zunächst unerfreulich. Zugleich haben sich damit aber die Voraussetzungen für künftige Erträge deutlich verbessert: Neu erworbene Anleihen bieten höhere laufende Zinserträge, und auslaufende Papiere können zu attraktiveren Konditionen wiederveranlagt werden. Sollten die Marktrenditen sinken, könnten zu den laufenden Erträgen Kursgewinne hinzukommen. Steigen sie weiter, sind aber auch Kursverluste möglich. Auch bei Unternehmensanleihen wurde das Umfeld im September anspruchsvoller. Neben dem höheren Zinsniveau belasteten das umfangreiche Neuangebot und steigende Kosten für die Aufnahme frischer Gelder. Die Risikozuschläge gegenüber deutschen Staatsanleihen nahmen zu, sind bei finanziell sehr soliden Schuldnern im langfristigen Vergleich aber weiterhin niedrig. Hochzinsanleihen hielten sich aufgrund ihrer höheren laufenden Erträge und ihrer meist kürzeren Laufzeiten etwas besser als Unternehmensanleihen mit besserer Bonität.

Die internationalen Aktienmärkte hielten sich trotz steigender Zinsen und geopolitischer Risiken vergleichsweise gut. Unterstützt wurden sie von der robusten Weltwirtschaft und soliden Unternehmensgewinnen. Technologie-, Halbleiter- und KI-Unternehmen profitierten von hohen Investitionen in digitale Infrastruktur. In den USA und den Schwellenländern wurden die Gewinnerwartungen für 2026 angehoben; teilweise stiegen sie stärker als die Kurse, sodass die Bewertungen zurückgingen. Die Entwicklung wurde allerdings zunehmend von der jeweiligen Branchenstruktur bestimmt. Märkte mit einem hohen Anteil an Technologie- und KI-Unternehmen profitierten stärker vom anhaltenden Investitionsboom, während zinssensitive Branchen unter dem höheren Renditeniveau litten. Nach einem starken ersten Halbjahr entwickelten sich die Schwellenländer im dritten Quartal uneinheitlich. Ein Rückschlag bei Halbleiterwerten belastete vor allem die technologielastigen Märkte Asiens. Steigende Renditen begünstigten werthaltige Unternehmen mit stabilen Anlagen; belasteten aber tendenziell kleinere Unternehmen und Immobilienaktien. Im September nahm die Schwankungsanfälligkeit zu. Unter Druck gerieten vor allem hoch bewertete und hoch verschuldete Unternehmen. Das Umfeld für Aktien bleibt grundsätzlich unterstützend. Etwaige Enttäuschungen bei den Gewinn- oder Konjunkturerwartungen könnten angesichts der teilweise hohen Bewertungen jedoch stärkere Kursausschläge auslösen.

An den Rohstoffmärkten standen erneut die Energiepreise im Mittelpunkt. Geopolitische Spannungen sowie Risiken für Transportwege, Raffinerien und die Versorgung mit Ölprodukten sorgten für deutliche Preisbewegungen. Gold schwankte zwischen dem Gegenwind durch höhere Realzinsen und der Unterstützung durch geopolitische Risiken und Inflationssorgen. Der US-Dollar profitierte zuletzt von der robusteren US-Konjunktur und nach oben korrigierten US-Leitzinserwartungen. Entscheidend bleibt, ob die geopolitischen Spannungen und der Druck auf die Energiepreise nachlassen. Andernfalls könnten Inflation und Zinsen länger erhöht bleiben und die Kapitalmärkte belasten.

Entwicklung der Savity-Portfolios

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Entwicklung der Savity Weltportfolios und der Portfoliobestandteile
Quelle: Eigene Berechnung, Depotbank, Infront. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise am Ende des Artikels.

Die Aktienkomponente entwickelte sich im dritten Quartal großteils positiv. Im September erfolgte ein Fonds-Switch beim globalen Aktieninvestment, sowie in einigen Strategien im Bereich Japan/Pazifik. Die vergleichsweise geringere Gewichtung langlaufender Staatsanleihen begrenzte die Belastungen durch die kräftigen Renditeanstiege im dritten Quartal. Anfang September wurden sämtliche High-Yield-Anleihen verkauft, Gewinne realisiert und in langlaufende europäische Staatsanleihen angesichts der attraktiven Renditen umgeschichtet. Zu Quartalsbeginn wurde erneut eine erste Goldposition aufgebaut.

Marktausblick

Die letzten Daten bestätigen das bisherige robuste Konjunkturbild: Trotz aktuell hoher Energiepreise dürfte die europäische Wirtschaft heuer mit knapp 1 % ein Wirtschaftswachstum nur knapp unter dem langfristigen Durchschnitt schaffen. In den USA wächst die Wirtschaft mit knapp über 2 % sogar über das ganze Jahr überdurchschnittlich – stark angetrieben von hohen Investitionen in KI-Infrastruktur. Und trotz Energiepreisanstieg in den letzten Monaten haben sich in beiden Volkswirtschaften die Konjunkturvorlaufindikatoren sogar weiter verbessert! Mit dem neuerlichen Energiepreisanstieg seit dem Sommer klettert auch die Inflation wieder – z. B. in der Eurozone mit 3,8 % p. a. auf ein neues Jahreshoch. Im Vergleich dazu sind die Leitzinserwartungen und damit auch die Renditen am Anleihemarkt in den letzten Wochen jedoch quer über alle Laufzeiten und Anlageklassen überproportional gestiegen. Eine außerordentliche Chance, sich diese hohen Anleihezinsen über Anleihen(-Fonds) zu sichern, bevor Zinserwartungen und damit Anleiherenditen am Markt wieder nach unten gehen – denn dann würden die Anleihekurse (wieder) steigen.

Bis dato blicken die Aktienmärkte heuer auf eine äußerst erfreuliche Wertentwicklung zurück. Trotz Irankrieg, hoher Energiepreise und steigender Zinsen. Denn gleichzeitig konnten die Unternehmen in den meisten Märkten ihr Gewinnniveau stark steigern (Bsp. USA rund +30 %). Die Bewertungen (KGVs) liegen entsprechend in vielen Märkten heute sogar tiefer als zu Jahresbeginn. Und die aktuelle Konjunkturentwicklung samt Ausblick der Unternehmen legt nahe, dass sich diese positive Entwicklung auch ins Jahr 2027 hinein fortsetzen sollte: Die Konjunktur-Vorlaufindikatoren sind zuletzt deutlich gestiegen und liegen in den USA sogar im Boom-Bereich. Dementsprechend bleiben wir mittelfristig optimistisch für die meisten Aktienmärkte. Jedoch könnten die politischen Risiken der nächsten Wochen (US-Wahlen am 3. November, potenziell neuerliche militärische Eskalation USA/Iran, Budgetsorgen in Frankreich, …) auch etwas Nervosität auf den Aktienmärkten verursachen. Was das KI-Thema betrifft, das v. a. für die Börsen in USA und Ost-Asien entscheidend ist, gehen wir davon aus, dass der Investitionsboom in KI-Infrastruktur zumindest ins kommende Jahr noch ungebrochen anhalten wird, was viele dieser Unternehmen – insbesondere Tech-Unternehmen im ost-asiatischen Raum – auf Jahressicht nach wie vor zu einem äußerst interessanten Investment macht.

Das Einpreisen weiterer US-Zinsanhebungen hat den Goldpreis wieder unter Druck gebracht – sobald die Zinsängste abebben, erwarten wir auch eine Stabilisierung des Goldpreises – bis dahin kurzfristig weitere Rückschlaggefahr. Bei Öl erwarten wir einen Preiseinbruch auf 70 US-Dollar, sobald die Straße von Hormus wieder frei ist – egal ob eine nochmalige militärische Eskalation (nach den US-Wahlen?) den Ölpreis vorher noch auf neue Höchststände treibt oder nicht.


Risikohinweis: Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Kurse können sowohl steigen als auch fallen. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investments zu. Insbesondere kann die Erhaltung des investierten Kapitals nicht garantiert werden; es gibt somit keine Gewähr dafür, dass der Wert des eingesetzten Kapitals bei einem Verkauf dem ursprünglich eingesetzten Kapital entspricht. Bitte beachten Sie hierzu unsere Risikohinweise.

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