Niemand bezahlt gerne Gebühren – deshalb wird gerade im Wertpapiergeschäft häufig versucht, Kosten zu verstecken. Transparenz ist uns bei Savity ein großes Anliegen und wir möchten, dass Sie genau verstehen, wofür und warum Sie bezahlen. Obwohl das im Detail ziemlich kompliziert ist, können wir mit diesem Beitrag hoffentlich ein besseres Verständnis für die vielen Kosten und Gebühren im Wertpapiergeschäft vermitteln.

Gleich vorweg: Viele der nachfolgend aufgelisteten Gebühren und Spesen fallen für Savity-Kunden nicht an, da diese durch unsere Managementgebühr (0,95% p.a.) bereits abgedeckt sind oder weil wir diese einfach nicht verrechnen. Unser Ziel ist es, eine kostentransparente Geldanlage anzubieten, bei der es zu keinen unerwarteten Gebührenbelastungen kommt – deshalb setzen wir auf eine pauschale Managementgebühr anstatt einer Vielzahl an unübersichtlichen Einzelgebühren.


Transaktionskosten

Transaktionskosten sind Gebühren und Spesen, die mit einer Transaktion verbunden sind und bei einer solchen anfallen. Dazu zählen neben Wertpapierkäufen und -verkäufen auch Dividendenausschüttungen.

Ausgabeaufschläge

Die Beratung durch einen Bankberater oder Anlageberater ist meist kostenlos – so scheint es zumindest. Oft werden nämlich Wertpapierfonds mit hohem Ausgabeaufschlag vorgeschlagen, der dann einmalig bei Vertragsabschluss fällig wird. Bei einer Erhebung der Arbeiterkammer im November 2017 bei österreichischen Banken machten die Ausgabeaufschläge im Durchschnitt 2,88% aus. Wer 25.000 Euro anlegt, wird somit gleich einmal um 720 Euro erleichtert.

Dazu kommt: Diese Kosten wurden früher meist in den Kaufkurs des Fonds eingebucht, sodass der Kunde die Kosten für den Ausgabeaufschlag nicht direkt mitbekommen hat. Denn der Ausgabeaufschlag wird zwar vom Fondsanbieter verrechnet, in der Regel aber an den Vertriebspartner (also die Bank bzw. den Anlageberater) ausgeschüttet, womit dessen Vertriebsleistung abgegolten wird. Seit 1. Jänner 2018 müssen Ausgabeaufschläge nun per Gesetz ausgewiesen werden.

Bei Savity fallen keine Ausgabeaufschläge an.

Handelsgebühren und -spesen

Bei jedem Wertpapierkauf und -verkauf fallen transaktionsbezogene Kosten an. Diese entstehen zum einen an den Handelsplätzen, an denen die Depotbank für ihre Kunden Käufe oder Verkäufe ausführt. Zum anderen können Börsenspesen anfallen, die von der Börse verrechnet werden, wenn an einer Börse gehandelt wird. Zusätzlich fallen beim Handel im Ausland teilweise Steuern an: Beispielsweise gibt es in Frankreich oder Italien eine Finanztransaktionssteuer, in England die „Stamp Tax“.

Aufpassen sollten Sie hierbei insbesondere bei kleinen Investitionsbeträgen: Häufig gibt es Mindestspesen pro Transaktion, sodass sich der Handel mit kleinen Beträgen nicht lohnt. Bei Mindestspesen von 50 Euro pro Transaktion und einem Anlagebetrag von 1.000 Euro zahlt man für Kauf und Verkauf in Summe 100 Euro – also 10% der Investitionssumme. Das muss erst einmal verdient werden.

Bei Savity sind alle Gebühren und Spesen, die bei Wertpapierkäufen und -verkäufen anfallen, durch unsere Managementgebühr abgedeckt. Aufgrund von Skalierungseffekten können wir bereits für kleinere Vermögen eine breit gestreute und kostengünstige Anlage bieten. Wir handeln an keinen Handelsplätzen, an denen Steuern anfallen. Somit bezahlen unsere Kunden für Wertpapierkäufe oder -verkäufe nicht extra.

Wechselkurs-Spesen

Bei Produkten, die in Fremdwährung denominiert sind, fallen Wechselkurs-Spesen an. Diese Kosten betreffen auch Ausschüttungen (Dividenden). Und da es auch hier meist Mindestgebühren gibt, können die Gebühren die Erträge bei kleinen Beträgen auffressen. Aufpassen sollten Sie hierbei insbesondere bei Aktien und Fonds mit unterjährigen Ausschüttungen.

Sofern bei den von Savity eingesetzten Produkten Wechselkurs-Spesen anfallen, sind diese durch unsere Managementgebühr abgedeckt.

Geld-Brief-Spanne

Die Geld-Brief-Spanne (auch „Bid-Ask-Spread“) wird oftmals auch unter dem Begriff der Transaktionskosten subsummiert. Im Gegensatz zu Spesen und Gebühren, die von Wertpapieranbietern festgesetzt werden bzw. als Steuern abgeführt werden müssen, ist die Geld-Brief-Spanne jedoch Ausdruck des Marktrisikos und schwankt – sie kann nicht beliebig festgelegt werden.

Die Geld-Brief-Spanne fällt beim Handel von Wertpapieren an. Das betrifft insbesondere sogenannte ETFs – das Kürzel steht für „Exchange-Traded Funds“, zu Deutsch: börsengehandelte Fonds. Klassische Wertpapierfonds hingegen werden von der Fondsgesellschaft zu einem einheitlichen Schlusskurs abgewickelt – dem Nettoinventarwert. Dabei zahlen Käufer und Verkäufer den gleichen Preis, es gibt also keine Geld-Brief-Spanne.

Wie kommt die Geld-Brief-Spanne zu Stande? Im Idealfall entspricht der Wert eines Fonds genau dem Wert der Wertpapiere, die darin enthalten sind – diesen Wert nennt man Nettoinventarwert (auch NAV – „Net Asset Value“). Um diesen Wert herum gibt es nun Schwankungen – die Geld-Brief-Spanne. Der Geldkurs („Bid“) ist dabei der Preis, zu dem ein Anleger bereit ist, ein Wertpapier zu kaufen. Der Briefkurs („Ask“) ist hingegen derjenige Kurs, zu dem ein Investor verkaufen würde. Um zu gewährleisten, dass die Preise möglichst nahe am Nettoinventarwert bleiben, stellen professionelle Marktteilnehmer dem System Liquidität zur Verfügung (sogenannte „Market Maker“). Diese kaufen/verkaufen Wertpapiere auf eigene Rechnung und versuchen sie dann möglichst schnell wieder weiterzuhandeln (oder das Kursrisiko anderweitig abzusichern), dafür erhalten sie den Gewinn aus der Geld-Brief-Spanne.

Wie hoch ist die Geld-Brief-Spanne? Bei Fonds mit sehr geringem Volumen kann die Spanne hoch sein und je nach Marktlage auch schwanken. Je illiquider die Wertpapiere, die in einem Fonds enthalten sind, desto höher ist das Liquiditätsrisiko und damit die Geld-Brief-Spanne. Zum Beispiel haben ETFs, die auf liquide Märkte wie z.B. Aktien etablierter US-Unternehmen (sogenannte Blue Chips) handeln, eine stabile Geld-Brief-Spanne von weniger als 0,04%, also eine Abweichung vom Nettoinventarwert von 0,02% für Käufer und Verkäufer. ETFs, die Randmärkte handeln, z.B. brasilianische Aktien, haben eine durchschnittlichen Spanne von 0,4%, die aber massiv schwanken kann.

Geld-Brief-Spanne von ETFs in liquiden und illiquiden Märkten
Geld-Brief-Spanne am Beispiel von HSBC S&P 500 ETF (liquider Markt) und iShares MSCI Brazil ETF (illiquider Markt) während der letzten fünf Jahre.
Quellen: Bloomberg, Xetra, HSBC, iShares, eigene Berechnung

Durch die Geld-Brief-Spanne können also insbesondere bei ETFs in illiquiden Märkten hohe Kosten anfallen – vor allem wenn man durch häufiges Umschichten Positionen ändert. Savity investiert deshalb bei illiquiden Märkten bevorzugt in klassische Wertpapierfonds, während liquide Märkte durch ETFs abgedeckt werden. Denn Savity handelt Wertpapierfonds zum Nettoinventarwert, wo keine Geld-Brief-Spanne anfällt. Bei ETFs hingegen fällt auch bei uns die Geld-Brief-Spanne an.


Produktkosten

Bei Wertpapierfonds und ETFs fallen laufende Kosten an: Auskunft darüber gibt die „Total Expense Ratio“ (TER), zu Deutsch Gesamtkostenquote. Anlageprodukte müssen diese Kennzahl ausweisen, wodurch eine bessere Vergleichbarkeit geschaffen werden soll. Doch obwohl es der Name suggeriert, inkludiert die TER bei weitem nicht alle Kosten: Ausgabeaufschläge, Transaktionskosten in Anlageprodukten oder allfällige Performancegebühren bleiben außen vor.

Transaktionskosten in Anlageprodukten

Transaktionskosten in Wertpapierfonds und ETFs fallen an, wenn im Fonds Wertpapierkäufe oder -verkäufe getätigt werden. Dazu zählen insbesondere die zuvor erwähnten Handelsgebühren und -spesen, Wechselkurs-Spesen sowie die Geld-Brief-Spanne.

Die Transaktionskosten in den Wertpapierfonds, in die Savity investiert, liegen zwischen 0,03% und 0,2% p.a. – je nachdem wie viele Transaktionen ein Fonds tätigt und wie liquide die gehandelten Wertpapiere sind. Wir weisen diese Transaktionskosten als Teil der externen Produktkosten aus, wodurch die Produktkosten bei Savity weitergefasst sind als die TER.

Managementgebühr

Die Managementgebühr bei Fonds fällt für die Managementleistung an, also für die Verwaltung des Fonds durch den Fondsmanager. Doch nicht nur der Fondsmanager wird dadurch entlohnt, häufig geht ein Teil dieser Gebühr als sogenannte „Bestandsprovision“ an den Vertriebspartner.

Indexfonds (ETFs) sind in der Regel günstiger: Dabei wird ein Index nachgebaut, ohne dass Fondsmanager aktive – und mitunter kostspielige – Entscheidungen treffen. Aber auch hier gibt es Kosten, die insbesondere für die Indexreplikation anfallen (Lizenzgebühren für den nachgebildeten Index, Depotbankgebühren etc.). Es sind uns keine ETFs bekannt, die Bestandsprovisionen verrechnen.

Die Managementgebühr ist Teil der TER. Die externen Produktkosten (TER inkl. Transaktionskosten) der Fonds und ETFs, in die Savity investiert, betragen derzeit durchschnittlich 0,58 Prozent pro Anlagestrategie. Savity investiert – sofern verfügbar – in Fonds-Tranchen, in denen es keine Bestandsprovisionen gibt und die dementsprechend günstiger sind. Im Fall, dass wir Bestandsprovisionen erhalten, schreiben wir diese unseren Kunden automatisch gut.

Verwaltungskosten

Allgemeine Verwaltungskosten, wie Aufwendungen für Wirtschaftsprüfer sowie Kosten für die Pflichtveröffentlichungen, werden ebenfalls dem Fonds angerechnet. Welche Kosten verrechnet werden dürfen, ist dabei gesetzlich und in den Fondsbestimmungen genau geregelt. Die Einhaltung des Investmentfondsgesetzes sowie der Fondsbestimmungen wird jährlich von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer überprüft und dem jährlichen Rechenschaftsbericht veröffentlicht.

Die Verwaltungskosten sind Teil der TER und somit in den externen Produktkosten, die Savity ausweist, enthalten.

Performancegebühren

Performancegebühren werden primär von Fondsmanagern eingehoben, die für sich den Anspruch erheben, marktunabhängig Performance zu generieren. Das sind primär Hedgefonds und Private Equity. Dabei gibt es mehrere Varianten: Sie können anfallen, wenn der Fonds den Vergleichsindex schlägt, wenn er mehr als eine bestimmte Mindestrendite erzielt und/oder wenn er einen neuen Höchststand erreicht (High-Water-Mark-Regel). Typischerweise werden zwischen zehn und 25 Prozent der Performance einbehalten. Wirklich problematisch sind marktabhängige, aggressive Strategien bei denen de facto der Anleger das volle Risiko trägt und der Ertrag weniger dem Talent des Fondsmanagers als dem Markt geschuldet ist.

Savity investiert nur bei der Anlageoption Savity Legends in Hedgefonds und Private-Equity-Strategien, bei denen auch Performancegebühren anfallen können. In dem Fall sind diese Teil der externen Produktkosten.




Behalten Sie die Kosten im Auge!

Sie sehen, die Liste an Gebühren und Spesen, die allesamt die Rendite schmälern, ist lang. Als Anleger zahlt es sich also umso mehr aus, auf die Kosten zu achten: Der Vergleich zu klassischer Anlageberatung zeigt die langfristige Auswirkung von Kostenersparnissen.

Kosten im Vergleich
Wir vergleichen die Wertentwicklung von zwei Portfolios mit dem gleichen Ausgangswert (10.000 Euro) und der gleichen (fiktiven) Rendite*, aber unterschiedlichen Kosten. Nach 25 Jahren bleiben Ihnen bei Savity – dank niedrigerer Kosten – 4.849 Euro mehr.

* Die Renditeannahme von 4,58% p.a. basiert auf der durchschnittlichen jährlichen Entwicklung eines Musterportfolios mit 50% globalen Aktien und 50% europäischen Staatsanleihen im Zeitraum 1.1.2008 bis 31.12.2017.

Kosten Savity: 0,95% p.a. (Gebühr für Vermögensverwaltung und Depot) zzgl. 0,34% p.a. (durchschnittliche externe Produktkosten Savity Classic, Stand: 29.11.2018).

Kosten klassische Anlageberatung: Durchschnittliche laufende Kosten für Mischfonds in Österreich (2016): 1,57% p.a. (Quelle: Morningstar). Zusätzliche Kosten für Ausgabeaufschläge: 2,88%, umgelegt auf 4 Jahre unter der Annahme, dass alle 4 Jahre in einen neuen Fonds umgeschichtet wird; somit zusätzliche 0,72% p.a. (Quelle: durchschnittlicher Ausgabeaufschlag bei der Erhebung "Investmentfondspläne November 2017" der Arbeiterkammer Wien). Weitere Gebühren wie Depotgebühren oder Performance-Gebühren wurden nicht berücksichtigt.

Transaktionskosten wurden nicht gesondert ausgewiesen, da diese bereits in der Wertentwicklung des Musterportfolios enthalten sind. Kapitalertragssteuern wurden nicht berücksichtigt.

Verlieren Sie also nicht den Überblick im Kostendickicht – denn jeder Euro, den Sie an Gebühren und Spesen zahlen, kann sich nicht mehr vervielfachen. Dank dem Zinseszins machen kleine Beträge langfristig einen großen Unterschied.