In den 60ern beginnt für die meisten von uns die hoffentlich entspannteste Phase des Lebens. Hoch verdient möchte man sagen. Immerhin haben wir uns dafür jahrelang aufgeopfert. Ausbildung, Beruf, Freunde, Familie, die eigenen vier Wände, eventuell auch soziales Engagement. Das Leben bietet so einiges. Und vieles davon haben wir mittlerweile erfolgreich geschafft. Natürlich kann uns das Familienleben auch jenseits der 60 noch auf Trab halten. Und so manchen wird auch die Berufung nie gänzlich loslassen. Man kann aber auch neue Wege gehen. Schließlich zeigt die Statistik, dass Studieren im höheren Alter absolut keine Seltenheit mehr ist. Oder man findet an neuen Hobbies Gefallen. So mancher von uns entdeckt im höheren Alter also vielleicht gänzlich neue Seiten an sich.

Das ist kein Zufall. Bereits in einem früheren Blogartikel haben wir auf die deutlich gestiegene Lebenserwartung bei uns hingewiesen. Eine österreichische Frau wird beispielsweise mittlerweile im Durchschnitt 84 Jahre alt. Seit den 50er Jahren hat sich unsere Lebenserwartung damit um mehr als 10 Jahre erhöht. Bei den Männern ist diese relativ betrachtet sogar noch deutlicher angestiegen. Nichts wie weg also mit dem veralteten Seniorenimage. Höchste Zeit ein differenzierteres Bild vom Leben der Menschen rund um 60+ zu zeichnen.

Keine Aktien mehr?

Während früher die Regel galt, dass man bei Pensionsantritt möglichst keine risikoreichen Wertpapiere, wie etwa Aktien, mehr halten sollte, so ist dies heute nicht mehr uneingeschränkt empfehlenswert.

Zum einen steigt die Lebenserwartung stetig – und damit auch der Anlagehorizont. Und je länger der Anlagehorizont, desto höher kann der Anteil risikobehafteter Anlagen im Portfolio sein. Denn wer mit Anfang 60 in Pension geht, hat im Schnitt noch über 20 Lebensjahre vor sich. Das entspricht ein, zwei oder vielleicht sogar drei Konjunkturzyklen. Genug Zeit also, um mögliche Verluste wieder aufholen zu können.

Zum anderen stehen wir Anleger heute vor der Herausforderung, dass Anleihen durch das vorherrschende Nullzinsumfeld kaum noch Erträge generieren. Aktien sind also wichtiger ertragsgenerierender Bestandteil im Portfolio. Denn wie wir gern immer wieder betonen, ist der Kapitalmarkt eine Art Spiegelbild einer Volkswirtschaft. Wenn es den Unternehmen gut geht, geht es auch der Wirtschaft gut. Wächst die Wirtschaft, dann steigen auch Aktien. Soweit so gut. Wir wissen aber auch, dass der Weg keine Einbahnstraße ist. Zwischendurch kann es immer wieder einmal zu substantiellen Korrekturen und Verwerfungen kommen. Langfristig aber haben sich Volkswirtschaften immer von allen Krisen erholt und sind weitergewachsen. Wer also mehr Zeit zum Anlegen zur Verfügung hat, kann auch höhere Erträge erwirtschaften.

Aktien oder andere risikoreiche Wertpapiere sollten bei Pensionsantritt nicht mehr den Hauptbestandteil des Portfolios ausmachen und mit zunehmendem Alter sukzessive reduziert werden. Als Faustregel gilt eine Aktienquote von 100 abzüglich des Alters. Mit 65 Jahren kommt man so auf eine Aktienquote von 35%. Ab 70 Jahren sollte man die Aktien noch stärker reduzieren, weil die Lebenserwartung unter einen vollen Konjunkturzyklus (12 bis 15 Jahre) fällt.

Aktienquote & Risikostufe im Zeitverlauf
Beispiel für eine Portfoliozusammensetzung mit abnehmendem Risiko. Aktien stehen stellvertretend für risikoreiche Anlagen, Anleihen für risikoarme. Die Pfeile zeigen das entsprechende Risiko-/Ertragsniveau von Savity.

Risiko an das Ziel anpassen

Unterschiedliche Lebensphasen gehen mit unterschiedlichen Anlagezielen und Strategien einher. Steht in jungen Jahren meist der Wertzuwachs an erster Stelle, so tritt später der Werterhalt in den Vordergrund.

Wenn sich Anlagebedürfnisse im Laufe der Zeit ändern, passen wir bei Savity die Anlage daran an. Auch nach der Anmeldung kann das Anlegerprofil sowie das Risikoprofil für jedes einzelne Portfolio jederzeit geändert werden. Insbesondere Änderungen des Anlageziels oder Anlagehorizonts spielen eine wesentliche Rolle für die empfohlene Risikokategorie. Eine Anlagestrategie mit graduell abnehmendem Risiko, wie in obigem Beispiel gezeigt, kann mit Savity also einfach umgesetzt werden.

Liegt das Anlageziel in weiter Ferne und machen mögliche Schwankungen an den Finanzmärkten nicht viel aus, investieren wir einen Großteil des Portfolios in risikoreiche Anlagen, um eine möglichst hohe Rendite zu erwirtschaften. Neben Aktien, gehören dazu insbesondere Immobilien, Infrastruktur und Rohstoffe. Umso kürzer der Anlagehorizont, desto weiter reduziert unser Algorithmus das Gesamtrisiko im Portfolio und wir investieren verstärkt in Anleihen und Gold. So wird die erwirtschaftete Rendite möglichst bis zur Auszahlung bewahrt.

Apropos Auszahlung: Auch graduelle Abschichtungen sind mit Savity möglich, denn Auszahlungen sind jederzeit kostenlos möglich. Wer Entnahmen plant, sollte bedenken, dass mit laufenden Auszahlungen die durchschnittliche Anlagedauer sinkt und die Anlage daher konservativer erfolgen sollte.

Wie auch immer Sie ihr Vermögen bisher angelegt haben, im Alter gilt es keine allzu großen Risiken mehr einzugehen. Vermögenserhalt, Sicherheit, Inflationsschutz spielen meist eine große Rolle – damit der Ruhestand auch finanziell zu einem entspannten Lebensabschnitt wird.