Das Leben ist eine Achterbahn der Gefühle. Mal geht es bergauf. Mal bergab. Mit den 50ern geht es wieder bergauf. Denn da kehrt die Zufriedenheit zurück. In den westlichen Industrieländern erreicht die Lebenszufriedenheit laut Studien mit Ende 40 den Tiefpunkt. Es ging also bergab. Damit ist jetzt Schluss.

Bei vielen fällt in den 50ern nämlich enormer Druck ab. Vieles liegt hinter uns. Wir haben viel geschaffen. Manches gut. Manches besser. Manches schlechter. Egal. Die Würfel sind gefallen. Es wird nach vorne geblickt. Für viele beginnt nun die Zeit der größten Ausgeglichenheit. Die Früchte der jahrelangen Arbeit werden, oder können bald geerntet werden.

Wie auch mit fortschreitendem Alter gilt für die Geldanlage: nichts mehr überstürzen. Im besten Fall haben Sie über Jahre hinweg eine gute Anlagestrategie verfolgt und im Zuge dessen das volle Ertragspotenzial an den Kapitalmärkten genützt. Jetzt gilt es vorsichtiger zu werden.

Marathon, und kein Sprint

Sie erinnern sich? Chance, Risiko, Laufzeit. All das hängt eng zusammen. In jungen Jahren sind unseren Investitionen kaum Grenzen gesetzt. Viel Risiko. Viel Aggressivität. Alles kein Problem, solange es mit den Anlagezielen und dem Anlagehorizont vereinbar ist. Mit zunehmendem Alter nähern wir uns in der Regel unserem Anlageziel. An Stelle des Vermögensaufbaus treten vermehrt Ziele wie Altersvorsorge oder Vermögenserhalt in den Vordergrund. Wie auch immer man es nennen mag, wichtig ist, dass wir nun in der Schlussphase keine Fehler mehr machen. Investieren ist ein Marathon und kein Sprint. Trotzdem sollten wir nun beim Zieleinlauf nicht stolpern. Wir wollen noch das Beste rausholen. Ohne zu früh zu bremsen, oder zu viel Gas zu geben. Wir wollen ja nicht, dass uns die Puste ausgeht.

Wie so oft kommt es wieder einmal auf die richtige Mischung an. Auf das richtige Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag. Um beim Marathonvergleich zu bleiben: Wir haben zig Kilometer Vollgas gegeben und müssen nun schauen, wie wir sicher, kraftsparend und doch mit vernünftigem Tempo ins Ziel kommen.

Weniger Risiko, mehr Sicherheit

Wir erreichen dies, in dem mit fortlaufendem Alter die Aktienquote schrittweise reduzieren. Wir setzen mehr auf Sicherheit. Wie mit Anleihen. Je älter wir werden, desto weniger Aktien gehören ins Depot. Wenn Sie sich an den letzten Blogartikel erinnern wird Ihnen auffallen, dass das nicht von heute auf morgen geht. Bereits in den 40ern macht es Sinn, ein wenig Risiko zurückzunehmen. Ab 50 verstärkt sich dieser Vorgang nur noch.

Wichtig ist, dass dies kein sprunghafter Prozess ist. Im besten Falle nimmt mit fortschreitendem Alter der Aktienanteil graduell ab. Der Anteil sicherer Wertpapiere, wie Anleihen und Realwerte (z.B. Immobilienbeteiligungen), hingegen sollte graduell zunehmen. Dadurch stellen wir sicher, dass kurz vor dem Ziel nichts mehr schief gehen kann.

Wirtschaftskrisen, Bankenkrisen, Pandemien, oftmals alles zusammen. All das hat es immer wieder mal gegeben. Und wird auch weiterhin vorkommen. Junge Menschen müssen sich darüber relativ wenig Sorgen machen, denn sie haben noch massenhaft Zeit vor sich. Zeit, in der sich Wirtschaft und Kapitalmärkte erholen können. Ein Aktienmarkteinbruch kurz vor der Pensionierung kann aber fatale Folgen für Ihr Vermögen haben, sofern Ihre Aktienquote zu hoch ist.

Wer jenseits der 50 oder um die 60 den Großteil seines Vermögens immer noch in Aktien angelegt hat nimmt das Risiko auf sich, dass sich die Märkte zum Beispiel bis zum Pensionsantritt nicht mehr erholen. Aktien steigen langfristig. Und dadurch kann weder Vermögensaufbau, noch Vermögenserhalt im höheren Alter garantiert werden. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass die Geldanlage der Lebens- und Alterssituation entspricht.



Für einen Sparplan ist es nie zu spät

Eine der Fragen, die sich wohl jeder mit zunehmendem Alter früher oder später stellt: Wie wird es mir in meiner Pension finanziell gehen? Dabei gilt, je früher wir mit dem Vorsorgen beginnen, desto besser – denn umso mehr profitieren wir vom Zinseszinseffekt. Doch Geld anzulegen, um die Pensionslücke zu schließen, ist in jedem Alter sinnvoll. Lange zögern sollten 50-Jährige aber nicht.

Welchen Unterschied ein paar Jahre bei der Geldanlage machen, zeigen wir anhand einer Beispielrechnung: In unserem Beispiel plant ein 50-jähriger Anleger mit 65 Jahren in Pension zu gehen. Er legt einmalig 10.000 € und monatlich 500 € an. Bei mittlerer Wertentwicklung mit Ertrags-/Risikokategorie Dynamisch (Value-at-Risk 16,5%) ist nach 15 Jahren mit einem Gesamtwert von 134.285 € (entspricht 124.857 € nach Abzug der Kapitalertragssteuer) zu rechnen. Das entspräche einer monatlichen Auszahlung von knapp 750 € (bzw. 693 € nach Steuern) für die folgenden 15 Jahre, also bis zu einem Alter von 80 Jahren.

Erwartete Entwicklung

Entwicklung eines dynamischen Portfolios (VaR 16,5%) bei einer einmaligen Anlage von 10.000 € und einem monatlichen Sparplan von 500 €: Optimistisches Szenario, erwartete Entwicklung und pessimistisches Szenario.

Quellen: Eigene Berechnung (nach Kosten, vor Steuern, Details zu Berechnung), Stand: 3. Mai 2021
Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.

Wie sieht es nun aus, wenn man nur drei Jahre später mit der Anlage beginnt? Um zum Zeitpunkt des Pensionsantritts denselben Gesamtwert vor Steuern zu erreichen, müsste man den monatlichen Sparplanbetrag auf 670 € erhöhen, oder den Ersteinzahlungsbetrag auf 30.014 € erhöhen.

Noch deutlicher wird das, wenn sich der Anlagehorizont auf zehn Jahre verkürzt. In dem Fall könnte man denselben Endbetrag noch erreichen, indem man entweder den monatlichen Sparplan auf 841 € oder den Erstanlagebetrag auf 44.554 € erhöht. Neben einer Erhöhung des Anlagebetrags, kann auch an der Stellschraube Risiko gedreht werden. Mit einem Portfolio der Ertrags-/Risikokategorie Aggressiv (Value-at-Risk 25%) würde man das Anlageziel im Mittel auch mit einem Sparplan von 749€ oder einem Erstanlagebetrag von 33.296 € erreichen. Dabei sollte einem aber bewusst sein, dass mit der erwarteten Rendite auch das Risiko, das Anlageziel zu verfehlen, steigt.

Unterschiedlicher Anlagezeitraum, gleiches Ergebnis
Wer kürzer anlegt, muss für dasselbe (erwartete) Ergebnis mehr Geld investieren oder mehr Risiko nehmen.
RisikokategorieErstanlageMonatlicher SparplanErgebnis
Anlage über 15 Jahre
Dynamisch10.000 €500 €134.285 €
Anlage über 12 Jahre
Dynamisch10.000 €670 €134.285 €
Dynamisch30.014 €500 €134.285 €
Anlage über 10 Jahre
Dynamisch10.000 €841 €134.285 €
Dynamisch44.554 €500 €134.285 €
Aggressiv10.000 €749 €134.285 €
Aggressiv33.296 €500 €134.285 €
Quelle: Eigene Berechnungen

Die passende Anlagestrategie

Unabhängig vom Alter ist es für den langfristigen Anlageerfolg essentiell, dass man eine passende Anlagestrategie verfolgt. Zum einen sollte man sicherzustellen, dass die Anlagestrategie das richtige Ertrags-/Risikoniveau aufweist. Wenn die geplante Anlagedauer kürzer ist, sollte das Portfolio geringeres Risiko aufweisen. Bei einer langfristigen Anlage (ab einem Anlagehorizont von 5 bis 7 Jahren) kann man auch höheres Risiko in Erwägung ziehen. Denn je länger die geplante Anlagedauer, desto weniger relevant sind kurzfristige Wertschwankungen für die langfristige Wertentwicklung. Generell sollte man sich nur dann für höhere Ertrags-/Risikokategorien entscheiden, wenn man auf das veranlagte Geld nicht angewiesen ist und wenn jemandem hohe Schwankungen nichts ausmachen.

So legen Anleger in den 50ern an
Welches Ertrags-/Risikoniveau haben Savity-Kunden in den 50ern gewählt?

Zusätzlich berücksichtigen wir bei Savity neben dem Risiko auch die jeweils individuellen Präferenzen bei der Geldanlage: Ob breit gestreut in Aktien und Anleihen aus der ganzen Welt. Ob in neue Technologien, faire Arbeitsbedingungen oder saubere Umwelt. Über unsere Anlageoptionen kann jeder so investieren, wie er es sich das vorstellt.