Die Weltwirtschaft boomt. Vor allem in den USA geht es aufwärts. Daran partizipieren insbesondere auch Schwellenmärkte und exportorientierte Wirtschaften. Und das wird wahrscheinlich auch noch länger so bleiben. Wir gehen sogar davon aus, dass es ein wirtschaftlich hervorragendes Jahr für die USA wird. Kein Wunder, denn die Steuerreform von Donald Trump wirkt äußerst stimulierend.

Allerdings erhöht sich nun auch die Möglichkeit eines erhöhten Inflationsdrucks. In den USA ist dies vor allem auf Vollbeschäftigung und Trumps unternehmerfreundliches Wirtschaftspaket zurückzuführen und kann dort durchaus zu Überhitzung führen. In der restlichen Welt hingegen ist die Inflation auf das sehr wahrscheinliche Ansteigen der Rohstoffpreise, vor allem von Erdöl, zurückzuführen.

Doch was bedeutet all das für die verschiedenen Anlageklassen?

Zinsen

US-amerikanische Zinsen auf Staatsanleihen haben nach der Rally des letzten Quartals nun das Potential wieder zu steigen. Sofern sich die Wirtschaft nicht stärker als erwartet erhitzt, ist mit einer Bandbreite von 2,75% bis 3,25% für 10-jährige US-Zinsen zu rechnen. Gegenwärtig liegen die Zinsen bei 2,40% (Inflation 2,00%): der US-Markt ist somit wesentlich attraktiver als Europa.

Bei uns in Europa ist ein weiteres Sinken der Zinsen völlig unrealistisch, dennoch bleibt das Zinsniveau 2018 trotz starkem Wirtschaftswachstum und Inflationsdruck weiterhin hinter den USA zurück. Es ist mit einer graduellen Erholung der 10-jährigen Anleiherenditen auf 0,75% bis 1,25% ist zu rechnen (gegenwärtig: 0,43%, Inflation 1,70%).

Für Anleiheinvestoren bedeutet das Kursverluste.

Aktien

Aufgrund des starken Wirtschaftswachstums und der für 2018 höchst belebenden Steuerreform, konnten die USA im 4. Quartal mit höheren Gewinnerwartungen noch einmal durchstarten. Mittelfristig sind die US-Märkte jedoch im Vergleich zum Rest der Welt exorbitant teuer.

Europa überraschte gegen Jahresende mit exzellenten Wirtschaftsdaten, konnte in den Bewertungen jedoch nicht an die USA anschließen. Folglich sind europäische Aktien aktuell günstiger als US-amerikanische. Gleiches gilt für die Schwellenmärkte, die weiterhin moderat bewertet sind. Von einer Erholung der Rohstoffmärkte, die sich abzeichnet, sollte insbesondere Lateinamerika profitieren.

Währungen

Die großen Reservewährungen (USD, EUR, JPY) befinden sich in breiten Korridoren, die wenig aussagekräftig sind. Schwellenmärkte hingegen sind vor dem Hintergrund einer starken Erholung der Weltwirtschaft höchst attraktiv. Partizipiert werden kann an diesen Währungen sowohl mit Aktien-, als auch mit Anleiheinvestments in lokaler Währung.

Was bedeutet das im Detail?

Basierend auf unseren Modellen und der aktuellen volkswirtschaftlichen Entwicklung können wir das künftige Ertragspotential der Märkte ermitteln:

Ausblick Assetklassen
PerformanceInflationSavity
20182018-20282018-2028Gewichtung*
Aktien Industrieländer
USA5,80%3,73%2,10%Stark untergewichtet
Europa7,30%5,67%1,60%Untergewichtet
Japan7,80%4,21%1,20%Übergewichtet
Aktien Schwellenländer11,20%9,93%4,00%Übergewichtet
Aktien Global7,11%4,90%Übergewichtet
 
Anleihen Industrieländer
Staatsanleihen EUR-4,00%1,32%1,60%Untergewichtet
Staatsanleihen USA-3,00%1,44%2,10%Neutral
Unternehmensanleihen IG-2,00%1,13%1,60%Neutral
High Yield Anleihen-2,30%1,61%1,60%Neutral
Anleihen Schwellenländer
In Lokalwährung1,50%4,34%1,60%Stark übergewichtet
 
Alternatives5,80%2,16%1,60%Übergewichtet
 
Gold3,00%2,21%1,60%Übergewichtet
* Savity setzt Prognose-Modelle ein, um die Ertragsschätzungen des Globalen Gleichgewichtsportfolios (nach Black Litterman) zu adaptieren. Daraus resultieren dann gegenüber einem passiven Ansatz Über-, Unter- oder neutrale Gewichtungen.

Quo vadis, Bitcoin?

Digitalwährungen sind spätestens seit 2017 in aller Munde. Von sinnvoller Kapitalanlage sind diese jedoch klar abzugrenzen. Die Spekulation steht im Vordergrund. In den Strategien von Savity spielen Bitcoin und Co. daher keine Rolle.

Bitcoin, Ripple, Ethereum, etc. erfüllen für uns nicht die Kriterien einer Währung. Die hohen Kursschwankungen erschweren den Einsatz als Zahlungsmittel. Eine Währung dient als Tauschmedium zum Kauf und Verkauf von Waren. Genau diese Funktion ist aufgrund der extremen Ausschläge jedoch nicht gegeben. Weiters lassen Preisexplosion, Umsatzanstieg, Irrationalität, Herdenverhalten, sowie die Angst der Anleger, etwas beim Krypto-Hype zu verpassen, vermehrt auf eine Spekulationsblase schließen.

Die Rally wird jedenfalls nicht ewig weitergehen. Niemand kann das Platzen einer Blase exakt vorhersehen. Sie haben bereits große Gewinne mit Digitalwährungen gemacht? Am besten Sie nehmen die Gewinne jetzt mit und freuen sich darüber.



Fazit

  • Anleger kommen auch 2018 nicht am Aktienmarkt vorbei
  • Die Konjunktur in den USA wird weiter anziehen
  • Für Anleger sind aber vor allem Schwellenländer sehr attraktiv
  • Gleiches gilt für Exporteure von Rohstoffen
  • Das Risiko von Kursverlusten für Anleiheinvestoren steigt


Was das Jahr 2017 für Anleger gebracht hat und wie die Savity-Strategien 2017 performt haben, lesen Sie in unserem Blogpost Rückblick 2017.