Gleich vorweg, Savity investiert nicht in Kryptowährungen. Sie spielen in unseren Anlagestrategien keine Rolle. Dennoch wollen auch wir einen Blick auf die aktuelle Lage werfen. Denn spätestens seit Herbst 2017 vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht zu Bitcoin und Co. gefragt werden. Die Medien reißen sich um das Thema. Es ist neu. Es ist innovativ. Es ist technisch. Doch der Grund für den großen Anklang ist vor allem einer: Bitcoin machte reich. Zumindest bis jetzt.

Was bisher geschah…

Die letzten Tage und Wochen verliefen ereignisreich – um es mild auszudrücken. Wie im Chart ersichtlich war Mitte Dezember die Krypto-Welt noch in Ordnung. Fast 20.000 Dollar für einen Bitcoin – ein neues Allzeithoch. Auch Ethereum oder Ripple legten eine ordentliche Rally hin. Euphorie überall. Dann kam Weihnachten und es wurde erstmals ruppig. Aber eben doch nicht so wirklich. Der Bitcoin verlor zwar, dafür legten aber andere Coins deutlich zu. In Summe also alles halb so wild. Dann kam der Jänner, und der hatte es in sich. Zunehmende Regulierung in Asien, eine bremsende US-Börsenaufsicht, Betrugsverdacht, Werbeverbot auf Facebook – alles optimale Zutaten für einen guten Crash.

Entwicklung von Kryptowährungen seit 2017

Und gekracht hat es auch. Aber halt dann auch wieder nicht so wie es viele vermutet hatten. Denn das Platzen einer Blase sollte eigentlich nicht auf Raten erfolgen. Und genau so ein Platzen wird von Ökonomen aber immer wieder vorausgesagt. Einer davon ist Nouriel Roubini. Das ist der Mann, der das Platzen der Immobilienblase 2007 in den USA vorhersagte. Ein Crashprophet also. Diesmal rechnet er allerdings mit Blockchain und Bitcoin ab.

Anhänger von Cyber-Währungen werden seine Aussagen vermutlich eher kalt lassen. Wer will schon auf jemanden hören, der das Ende des Bitcoins verkündete, als er 300 Dollar wert war? Das war übrigens im Jahr 2014.

Was also soll man nun glauben? Und vor allem wem? Zeit für eine objektive Beurteilung der Lage.

Bitcoin als Zahlungsmittel – bisher ein Wunschtraum

US-Ökonom Roubini fokussiert sich in seinen Aussagen auf den volkswirtschaftlichen Aspekt. Vor allem den Zahlungsverkehr kritisiert er hart.

Eine Währung dient als Tauschmedium zum Kauf und Verkauf von Waren. Das geht grundsätzlich auch mit dem Bitcoin. So weit, so gut. Er soll aber nicht nur als Zahlungsinstrument dienen, sondern auch als Recheneinheit und als Mittel zur Wertaufbewahrung. Spätestens da wird es schwierig.

Preise werden nämlich so gut wie nirgends in Bitcoin angegeben. Und als Zahlungsmittel ist er auch kaum akzeptiert. Japan bildet da noch eine Ausnahme. Dort ist der Bitcoin offiziell anerkannt. Die Akzeptanz ist in Asien generell hoch. Schließlich ist es auch der größte Markt für Kryptowährungen. Genau dort setzt nun aber vermehrt die Regulierung ein. Fast schon ironisch.

Und selbst wenn die Akzeptanz des Bitcoins steigen würde, wird aktuell kaum jemand bereit sein mit diesem zu zahlen. Die Preisschwankung ist einfach zu hoch. Kursänderungen von 10% und mehr sind gang und gäbe. Die Analystenmeldungen, die den Bitcoin Ende 2018 abwechselnd bei 100.000 Dollar und bei wenigen 100 Dollar sehen, helfen dabei wenig. Damit einhergehend eignet er sich bis jetzt auch nicht als stabiles Mittel der Wertaufbewahrung. Es steht rein die Spekulation im Vordergrund.

Die Zweckentfremdung

Wir bei Savity sehen darum Kryptowährungen aktuell eher als Ware an. Keinesfalls jedoch als Währung. Das ist an und für sich auch kein Problem. Es gibt viele Dinge ohne praktischen Nutzen, die sich auf hohem Preisniveau halten – denken Sie etwa an alte Sammelkarten oder seltene Briefmarken. Mit dem eigentlichen Zweck von Bitcoin und Co. hat das freilich wenig zu tun. Bitcoin wurde nicht für Sammler geschaffen und sollte nicht vom Wert aufgrund seiner Seltenheit leben.

Dass Anleger Kryptowährungen nicht wegen ihres Einsatzes als Zahlungsmittel kaufen, sondern darauf hoffen, dass diese im Wert steigen, führt in diesem Kontext unweigerlich zum nächsten Punkt: der Bildung einer Finanzblase.

Die größte Blase der Geschichte?

Preisexplosion, Umsatzanstieg, Kreditfinanzierung, Irrationalität, Herdenverhalten, sowie die Angst der Anleger, etwas beim Krypto-Hype zu verpassen, ließen vermehrt auf eine Spekulationsblase schließen. Das bestreitet heute so gut wie niemand mehr. Roubini spricht gar von der Mutter aller Blasen. Über den Zustand der Blase gibt es jedoch unterschiedliche Meinungen.

Der Bitcoin hat mit dem Jänner seinen schlechtesten Monat in den letzten drei Jahren erlebt. Der Februar ist zwar noch jung, vielversprechend sieht jedoch auch anders aus. Der extreme Wertverlust ist selbst nach den Maßstäben des üblicherweise hochvolatilen Bitcoin-Preises bemerkenswert. Bemerkenswert sind aber auch die immer wiederkehrenden Ausschläge nach oben. Ob die Blase nun bereits geplatzt ist, lässt sich dabei kaum abschließend beantworten – jedenfalls noch nicht. Aktuell sieht es nach einem Crash auf Raten aus.



Fazit

Kryptowährungen haben viele Achillesfersen. Eine ihrer größten ist der eigene Erfolg. Die Kursexplosion und die hohe Preisschwankung stehen dem eigentlichen Verwendungszweck im Weg.

Doch das ist eine Momentaufnahme. Es ist natürlich möglich, dass die Kryptowährungen sich auf hohem Niveau einpendeln. Klar, es werden dabei nicht alle Coins bis zum Ende durchhalten. Schließlich gibt es aktuell über 1.500 verschiedene Kryptowährungen. Und da ist auch viel unbrauchbares mit sehr geringen Erfolgsaussichten dabei.

Das Potential, dass einige Coins als Währung Verwendung finden, ist jedenfalls noch vorhanden. Unter den aktuellen Umständen ist dies jedoch schwierig. Entscheidend wird sein, wie sich die Anwendungsmöglichkeiten entwickeln, welche Schritte die Regulatoren setzen und welche Ausmaße die Spekulation auf die Kurse annehmen wird.

Was also tun? Geht der Blase gerade die Luft aus? Ist sie bereits geplatzt, oder kommt da noch was? Das lässt sich leider immer erst im Nachhinein beurteilen. Risikofreudige Spekulanten können die aktuellen günstigen Kurse zum Wiedereinstieg oder zum Nachkaufen nutzen. Die Möglichkeit eines Totalverlustes sollte dabei aber stets im Hinterkopf behalten werden.

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